Skandal um den jüdischen Ehrenbürger Hermann Levi

So gehen unsere politischen Entscheidungsträger und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung mit dem Andenken an den jüdischen Ehrenbürger Hermann Levi um!

Mein Mann Joachim und ich haben uns im Rahmen unserer Recherchen gefragt, warum wir bislang keinerlei Informationen zu der Person Hermann Levi hier im Ort erhalten haben. Für uns war Hermann Levi zunächst einmal ein Unbekannter.

Wir fühlten einen fauligen Geschmack bei der Art, wie unsere politischen Entscheidungsträger an dieses Thema herangehen. In uns entstand der Eindruck, daß Hermann Levi als Person instrumentalisiert wird, um geschickt neben der Debatte um die Ehrung der Altbürgermeister unserer Marktgemeinde das Thema Hindenburg „abzuwürgen“ bzw. Hindenburg aus dem Ort zu werfen.
Wir haben das Gefühl, daß hier in der Gemeinde einige wenige Personen ein sehr „spezielles“ Geschichtsverständnis haben und dem Großteil der Bewohner unserer Marktgemeinde ihre undemokratische Sicht der Dinge aufzwingen wollen.

Wir haben in den letzten Wochen unzählige Stunden recherchiert, Gespräche geführt und Fakten zusammen getragen, die unseren Verdacht bestätigt haben. Dabei haben wir unglaubliche, ja beschämende Informationen gesammelt, die unseren schönen Heimatort beflecken.

Informationen aus Wikipedia: Hermann Levi (*7. November 1839 in Gießen; †13. Mai 1900 in München) war ein deutscher Orchesterdirigent und Komponist. Ab 1872 amtierte er als Generalmusikdirektor und Hofkapellmeister am Königlichen Hof- und Nationaltheater in München, bis er sich 1896 aus gesundheitlichen Gründen zurückzog und in Partenkirchen niederließ.
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Levi

Detailliertere Informationen zu Hermann Levi findet man auf der Internetseite von Alois Schwarzmüller, Studiendirektor a.D. und SPD-Revisor: Demnach suchte er mit seiner Ehefrau um das Jahr 1895 in Partenkirchen nach einem geeigneten Grundstück, um sich dort ein Wohnhaus zu errichten. An einem Berghang baute ihm sein Freund und Architekt Adolf von Hildebrand eine schlossähnliche Villa, Haus Riedberg. „Um das ansehnliche Haus herum, ehemals Gsteigstraße, heute Dr.-Wigger-Straße 18, entstand eine Parkanlage mit hohen Bäumen.
Für seine Verdienste und sein Engagement um den Markt wurde Hermann Levi am 12. Juli 1898 mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechts gewürdigt.
Die heute an Haus Riedberg vorbeiführende Karwendelstraße trug seit 1925 den Namen „Hermann-Levi-Weg“. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde sie - 1934 oder 1935 - in "Theodor-Fritsch-Straße" umbenannt. … Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Straße in "Karwendelstraße" umbenannt.
Levi starb am 13. Mai 1900 in München. Im Park des Hauses Riedberg ließ seine Ehefrau 1901 ein Mausoleum errichten, in das Levi‘s Sarg aus der Fiedlerschen Gruft in München überführt wurde.
Die ursprüngliche Anlage umfaßte einen oval ummauerten Grabbezirk, der etwa vier Meter in die Höhe ragte. An der Stirnseite der Grabhalle war ein Bildnis Levi‘s angebracht, darunter lag die Grabplatte. Ein Engel wachte über dem Eingang zur Halle.

Hermann Levi, deutscher Komponist und Orchesterdirigent um 1895 (Quelle: Wikipedia)


Desweiteren ist bei Herrn Alois Schwarzmüller zu lesen: „Die Grabesruhe war für Hermann Levi nicht von langer Dauer. In den 30er Jahren wurde das Mausoleum von nationalsozialistischen Vandalen erstmals verwüstet. Beim Ausbau der Karwendelstraße in den 50er Jahren wurde dann auch noch die an die Mauer des Riedberg-Parks angrenzende Halle in Mitleidenschaft gezogen und abgerissen. Heute ist nur noch die Grabplatte des einstigen Mausoleums erhalten.
Und weiter: Im Herbst 2009 trafen sich Vertreter des Marktes Garmisch-Partenkirchen, des Amtes für Denkmalschutz, der Besitzer des Grundstücks und Mitglieder der „Interessengemeinschaft Grablege Hermann Levi“, um über geeignete Maßnahmen zur Pflege der noch vorhandenen Teile des ehemaligen Mausoleums zu sprechen.
Auf der Internetseite von Herrn Schwarzmüller sind einige Fotos zu sehen, wie schön die Grabesstätte bzw. das Mausoleum des Hermann Levi zu früheren Zeiten einmal ausgesehen hat.
Link: http://members.gaponline.de/alois.schwarzmueller/biografisches/levi_hermann.htm

Nun aber zurück zur bitteren Realität: Aus informierten Kreisen haben wir erfahren, daß der jüdische Ehrenbürger Hermann Levi bereits seit Jahren unter unwürdigen Bedingungen unter Müll und Baustoffresten hier beerdigt ist und sich kein politischer Entscheidungsträger oder Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung darum kümmert, diesen schändlichen Zustand zu beenden, obwohl das Problem seit mehreren Jahren im Rathaus, in der Verwaltung und auch im Denkmalamt bekannt ist.

Wir haben Fotos erhalten, die wir am Ende dieser Seite zeigen und die den Zustand des Hermann Levi-Grabs am 02.11.2012 dokumentieren. Die Fotos sind schockierend, so geht also die Gemeinde mit ihrem jüdischen Ehrenbürger um. Auf der anderen Seite ist dieser Ehrenbürger für die Politik aber gut genug, um als politisches Schutzschild Paul von Hindenburg zum Kriegstreiber und Hitlerfreund zu machen. Was für ein Eindruck entsteht für uns, für unsere Gäste und Touristen bei so einer Vorgehensweise?

Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen: Das gesamte Grundstück im Bereich des Riedwegs (dort wohnt die SPD- Fraktionsvorsitzende Dr. Sigrid Meierhofer, die „Hindenburg aus dem Ort vertreiben will“) mit der Villa samt Gesindehaus und Grabstätte hat mehrfach den Besitzer gewechselt. Laut unseren Informationen hat der Architekt und FDP-Gemeinderat Herr Ecko Eichler in den 1980er Jahren den kompletten Grund inklusive Bauten erworben und einen Großteil des Grundstücks später an einen russischen oder arabischen Geschäftsmann verkauft.
Der Teil des Grundstücks, auf dem das Gesindehaus steht und auf dem der jüdische Ehrenbürger Hermann Levi unter Müll und Baustoffresten begraben liegt, wurde nicht verkauft. Dort lebt heute Herr Ecko Eichler. Am Rande seines Gartens liegt das Grab von Hermann Levi, als Müllhalde verkommen.

Zur Erinnerung: Die Gemeinde ist seit etwa 2009 über den Zustand des Grabes informiert und hat das Grab auch besichtigt.

Die Karwendelstraße liegt direkt am Grab des Hermann Levi. Es wäre doch nur aufrecht und rechtschaffen, ihm seine Straße zurückzugeben. Nachdem in den 1930er Jahren sein Grab durch Nationalsozialisten geschändet wurde und danach in den 1950er Jahren der Rest des Mausoleums durch Bauarbeiten zerstört wurde, hat die Gemeinde in mehr als 50 Jahren keine Chance genutzt, ihr begangenes Unrecht an diesem Ehrenbürger wieder gut zu machen. Warum hat die Gemeinde nicht Mittel und Wege gefunden, diesen kleinen Teil des Grundstücks zu erwerben, auf dem die Grabstätte liegt, oder zumindest eine Patenschaft zur Grabpflege zu vereinbaren? War diese Angelegenheit nicht wichtig genug? Man hätte das Grab reinigen und schön bepflanzen können. Man hätte eine Gedenktafel, eine Büste und eine Bank aufstellen können, auf der Spaziergänger hätten ausruhen können.
Es ist ein weiteres Unding, Hermann Levi jetzt zu instrumentalisieren, um „Hindenburg aus dem Ort zu tilgen“, und so der breiten Masse der Bevölkerung die Meinung weniger Personen aufzuzwingen.

Mein Mann Joachim Sproll und ich, Corinna Strebert, hoffen, daß der Gemeinderat in seiner entscheidenden Sitzung am Mittwoch, den 14.11.2012, zur Besinnung kommt und dieses fragwürdige „Gesamtpaket“ nicht hinter verschlossenen Türen am Bürger vorbei durchwinkt.
Ansonsten sehen wir uns gezwungen, „höhere“ politische, kulturelle und publizistische Stellen zu informieren, was wir mit Rücksicht auf die Gemeinde bis dato nicht getan haben.

Hinweis:
Das erste Foto zeigt ein Google earth-Luftbild, auf dem das Grab und die ehemalige Villa des Hermann Levi verzeichnet sind. Gerne können Sie sich von außen bei einem Spaziergang vom Zustand der Grabstelle selbst ein Bild machen. Das Grab liegt an der Ecke Leitenfeldstraße und Karwendelstraße. Das Haus zwischen der ehemaligen Levi-Villa und seiner Grabstätte wird von Herrn Ecko Eichler bewohnt.
Die übrigen Fotos zeigen den Zustand des Grabes von Hermann Levi. Bitte finden Sie selbst Ihre eigenen Worte, um den Zustand zu beschreiben. Danke!

 

 

 

 

 

 

 

Ein Engel auf der Grabplatte, fast identisch mit dem Engel am einstigen Mausoleum.

 

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