Erinnerungskultur

Wir haben uns mit Verantwortlichen der „Bürgerinitiative Pro Hindenburgplatz in Münster (Westfalen)“ verbunden. Mit Ihrer freundlichen Unterstützung zitieren wir aus deren Text.
Homepage der Bürgerinitiative in Münster: http://www.hindenburgplatz-muenster.de/index.html

 

Erinnerungskultur. Geschichte bewahren.

„Die Benennung von Straßen und Plätzen nach Personen und Ereignissen der Gegenwart oder aus der Geschichte ist eine bis heute geübte Praxis. Hierdurch soll eine gewisse Wertschätzung gegenüber diesen Personen und Ereignissen zum Ausdruck gebracht und dauerhaft an diese erinnert werden. Eine Zustimmung aller Zeitgenossen für solch eine Benennung wird dabei nie erreicht werden können, da die Menschen stets verschiedener Auffassung über die Bedeutung und Bewertung von Lebensleistungen anderer Menschen und auch Ereignissen sein werden.“

Paul von Hindenburg (1847-1934) bei einem Besuch in Garmisch-Partenkirchen im Jahr 1925: Empfang mit allen Ehren am Bahnhof

 

„Im Laufe der Zeit können selbstverständlich Erweiterungen in der Sichtweise eintreten, und es kann sich die ursprünglich ausschließlich positiv beabsichtigte Konnotation, die mit einer Straßenbenennung verbunden gewesen ist, verändern. Aber selbst bei veränderten Bewertungsmaßstäben muß nicht zwangsläufig eine Umbenennung durchgeführt werden. Denn auch an Personen, in deren Biographie Brüche und Widersprüchlichkeiten festgestellt worden sind, kann weiterhin erinnert werden. Benennungen, die vor vielen Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten vorgenommen wurden, sind mittlerweile selbst Teil der (Stadt-)Geschichte geworden und spiegeln diese wider. Auch diese Erinnerungsgeschichte einer Stadt gehört zu ihren bewahrenswerten historischen Kulturgütern. Die Länge einer Straße oder die Größe eines Platzes sollten dabei keine Bewertungskriterien sein.

Nur in Ausnahmefällen sollten Straßen und Plätze umbenannt werden. Ein Problem ergibt sich z.B. wenn die Benennung in einem Zeitalter vor demokratischen Entscheidungsprozessen oder in die Zeit von Diktaturen gefallen ist und womöglich absolutistische Herrscher und Diktatoren geehrt werden sollen. In solchen Fällen muß abgewogen werden, ob – unabhängig von der Zeit der Benennung – diese weiterhin beibehalten werden soll oder nicht. In bezug auf die nationalsozialistische Diktatur sind alle Straßennamen, die an Mitglieder des NS-Regimes erinnerten, nach dem Zweiten Weltkrieg umgehend getilgt worden. Der entsprechende Vorgang nach dem Ende der SED-Diktatur dauert an.“
Quelle: Bürgerinitiative Pro Hindenburgplatz in Münster (Westfalen)

 

 

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